M. Night S. hat Alzheimer. Bin ich ganz sicher. Der Mann hat gute Ideen. Und er kann auch irgendwie Filme machen. Nur in letzter Zeit scheint's, dass er im Lauf der Geschichte vergisst, wo er damit eigentlich hin will. Und den ganzen Witz dann trotzdem erzählt, aber ohne Pointe. Sein neuestes Werk hat wirklich schöne Horrorelemente. Aber keine nennenswerte Verbindung dazwischen. Vielleicht ist es auch BSE?
Ebenso überzeugt bin ich, dass Mike Oldfield unter ADS (ehemals Hyperaktivität genannt) leidet. Der Mann schäumt über vor Ideen, aber keine seiner neueren CDs (so ab 1985?) schafft es, auch nur über 3 Takte bei einem Thema zu bleiben. Mitunter bin ich versucht, die Stücke auf meinen Computer zu laden, und mit Hilfe der passenden Software einfach ein paar Loops einzubauen.
Nicht missverstehen: Ich liebe beide.
Aber seit ich selber zu den Psychos gehöre, liebe ich es, solche Ferndiagnosen zu stellen. Nicht zuletzt, um eine Ausrede zu finden, warum der Betroffene gar kein schlechter Künstler, sondern nur gerade etwas aus dem Takt mit mir/der Welt ist. Und ich weiter ungeniert ihre Werke genießen kann. :)
18 Juni 2008
13 Juni 2008
Urlaubsfotos
So, zur Abwechslung mal kein langer Text, sondern viele schöne Bilder:
![]() |
| Nordirland Mai 2008 |
Danke, ihr Lieben, dass wir bei euch so eine schöne Zeit hatten!
12 Juni 2008
Romanfledderer
So schön das selbständige Arbeiten von zu Hause auch ist - man hat keine Kollegen, mit denen man mal eben über die Arbeit lästern kann. Also müsst ihr diesen Part übernehmen.
Mittlerweile bin ich mit Übersetzen fertig. Jetzt muss ich den Roman kürzen. Dummerweise um fast ein Drittel, weil die Heftchen einfach nicht mehr als 360.000 Zeichen haben dürfen. Nachdem ich einmal mit dem Seziermesser und einmal mit der Säge über alle Formulierungen drübergegangen bin, jede auch nur andeutungsweise Wiederholung und viele viele Adjektive gestrichen und zwei unwichtige Charaktere komplett gestrichen habe, liege ich immer noch bei 420.000 Zeichen. Die bisherigen Kürzungen konnte man gerade noch so als stilistische Korrektur und notwendige Straffung durchgehen lassen. Was jetzt kommt, ist die brutale Verstümmelung des Originals. Die Heldin hat ein Buch veröffentlicht. Raus damit. Der missgünstige Cousin des Helden versucht mehrfach, sie öffentlich zu demütigen. Er wird zum höflichen Überbringer einer einzelnen Nachricht zusammengestrichen. Auf einem Ball darf die Heldin ausführlich ihre Zeichenkünste demonstrieren und verwickelt sich dadurch in einen Skandal, der Auswirkungen auf das ganze Buch hat. Die ganze Szene fällt komplett dem Rotstift zum Opfer. Dazu muss ich weiter hinten einiges an Dialogen und Beschreibungen ändern oder selbst neu schreiben.
Ich weiß ja, es ist keine große Literatur, die ich hier bearbeite. Aber eine derartige Verstümmelung hat kein Buch verdient. Und kein Übersetzer eine derartige Arbeit! Vom Grammar-Nazi zum Buchstabenverbrenner. :(
Insofern kann ich nur sagen: ihr habt sicher recht, alles, was Kinder zum Lesen bringt, ist gut. Allerdings bitte ich Naiko und alle anderen Lehrer, davon abzusehen, mein Buch und ähnliche zu Unterrichtszwecken zu verwenden. Dann lieber MTV und RTL.
Zum Thema Twilight habe ich es gemacht, wie jeder gute Akademiker: ich habe mich anhand von Sekundärliteratur ausführlich informiert (anstatt das Werk einfach selbst zu lesen und mir ein eigenes Urteil zu bilden - kommt aber noch). Die Autorin ist Mormonin, Mitte dreissig, sieht auf Fotos aus wie 19, und hat nach eigenen Angaben noch nie ein grusliges Buch gelesen oder einen Horrorfilm gesehen. Die Bücher sind ähnliche Bestseller wie Harry Potter, über den ja auch viel geschimpft wurde. Bei beiden ist die Zielgruppe deutlich jünger als der Großteil der Leser dieses Blogs (soweit ich weiß), trotzdem scheinen Unmengen von Erwachsenen die Bücher ebenfalls zu lesen. Sind wir also selber schuld? Vielleicht sagt das einiges über unser Verhältnis zu Teenagern aus - ich zumindest möchte diese Zeit in meinem Leben liebend gern aus meinem Gedächtnis streichen, was mir nicht wirklich dabei hilft, mich in den Durchschnittsteenager hineinzuversetzen. Andererseits kann ich mich der Aussage meines Bruders nur immer wieder anschließen: wir trauen unseren Kindern oft viel zu wenig zu. Vielleicht ist das der Weg: Trivialliteratur to get them hooked on reading, und dann mit anspruchsvolleren Sachen weiterarbeiten. Und für uns selbst: Trivialliteratur ähnlich verwenden wie McDoof, als etwas, dass es gelegentlich mal braucht. Ohne Reue genießen, und dann ebenso genüsslich drüber lästern, den Stoff gnadenlos auseinandernehmen und zerfleddern. Wie gewisse Übersetzer es mit ihren Büchern tun...
Mittlerweile bin ich mit Übersetzen fertig. Jetzt muss ich den Roman kürzen. Dummerweise um fast ein Drittel, weil die Heftchen einfach nicht mehr als 360.000 Zeichen haben dürfen. Nachdem ich einmal mit dem Seziermesser und einmal mit der Säge über alle Formulierungen drübergegangen bin, jede auch nur andeutungsweise Wiederholung und viele viele Adjektive gestrichen und zwei unwichtige Charaktere komplett gestrichen habe, liege ich immer noch bei 420.000 Zeichen. Die bisherigen Kürzungen konnte man gerade noch so als stilistische Korrektur und notwendige Straffung durchgehen lassen. Was jetzt kommt, ist die brutale Verstümmelung des Originals. Die Heldin hat ein Buch veröffentlicht. Raus damit. Der missgünstige Cousin des Helden versucht mehrfach, sie öffentlich zu demütigen. Er wird zum höflichen Überbringer einer einzelnen Nachricht zusammengestrichen. Auf einem Ball darf die Heldin ausführlich ihre Zeichenkünste demonstrieren und verwickelt sich dadurch in einen Skandal, der Auswirkungen auf das ganze Buch hat. Die ganze Szene fällt komplett dem Rotstift zum Opfer. Dazu muss ich weiter hinten einiges an Dialogen und Beschreibungen ändern oder selbst neu schreiben.
Ich weiß ja, es ist keine große Literatur, die ich hier bearbeite. Aber eine derartige Verstümmelung hat kein Buch verdient. Und kein Übersetzer eine derartige Arbeit! Vom Grammar-Nazi zum Buchstabenverbrenner. :(
Insofern kann ich nur sagen: ihr habt sicher recht, alles, was Kinder zum Lesen bringt, ist gut. Allerdings bitte ich Naiko und alle anderen Lehrer, davon abzusehen, mein Buch und ähnliche zu Unterrichtszwecken zu verwenden. Dann lieber MTV und RTL.
Zum Thema Twilight habe ich es gemacht, wie jeder gute Akademiker: ich habe mich anhand von Sekundärliteratur ausführlich informiert (anstatt das Werk einfach selbst zu lesen und mir ein eigenes Urteil zu bilden - kommt aber noch). Die Autorin ist Mormonin, Mitte dreissig, sieht auf Fotos aus wie 19, und hat nach eigenen Angaben noch nie ein grusliges Buch gelesen oder einen Horrorfilm gesehen. Die Bücher sind ähnliche Bestseller wie Harry Potter, über den ja auch viel geschimpft wurde. Bei beiden ist die Zielgruppe deutlich jünger als der Großteil der Leser dieses Blogs (soweit ich weiß), trotzdem scheinen Unmengen von Erwachsenen die Bücher ebenfalls zu lesen. Sind wir also selber schuld? Vielleicht sagt das einiges über unser Verhältnis zu Teenagern aus - ich zumindest möchte diese Zeit in meinem Leben liebend gern aus meinem Gedächtnis streichen, was mir nicht wirklich dabei hilft, mich in den Durchschnittsteenager hineinzuversetzen. Andererseits kann ich mich der Aussage meines Bruders nur immer wieder anschließen: wir trauen unseren Kindern oft viel zu wenig zu. Vielleicht ist das der Weg: Trivialliteratur to get them hooked on reading, und dann mit anspruchsvolleren Sachen weiterarbeiten. Und für uns selbst: Trivialliteratur ähnlich verwenden wie McDoof, als etwas, dass es gelegentlich mal braucht. Ohne Reue genießen, und dann ebenso genüsslich drüber lästern, den Stoff gnadenlos auseinandernehmen und zerfleddern. Wie gewisse Übersetzer es mit ihren Büchern tun...
10 Juni 2008
You can't unthink it
Man, vielmehr frau, lernt nie aus. Gerade liege ich in den letzten Zügen einer speziellen Übersetzung. Dabei handelt es sich um einen sog. Schundroman, die Sorte, die man nur am Bahnhof kaufen kann. Im Prinzip ist das eine lustige Sache, die Arbeit ist nicht besonders anstrengend und geringfügig weniger langweilig als irgendwelche Patentschriften. Nur sind da dummerweise auch Sexszenen drin. Und da muss ich immer wieder feststellen, dass mir offenbar das Vokabular fehlt. Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Ich kenne die anatomisch korrekten Bezeichnungen für die wichtigsten beteiligten Körperteile, und bin auch mit zahlreichen mehr oder weniger lustig-obszönen Bezeichnungen vertraut, die dafür so kursieren. Beides ist aber dummerweise für die Zielgruppe des Buches nicht passend. Also muss ich mir so furchtbar verklemmt-peinliche Halbzweideutigkeiten wie 'Liebesstab' oder 'Wölbung' oder andere Grässlichkeiten einfallen lassen, um die schönste Nebensache der Welt zu beschreiben. Danach wünsche ich mir regelmäßig eine Dusche. Keine kalte, sondern eine mit viel Desinfektionsmittel, am besten inklusive Hirnspülung.
Von zweifelhaftem Vokabular abgesehen lerne ich aber beim Übersetzen auch wirklich interessante Dinge. Z.B., dass auch in Frauenromanen Frauen sofort willenlos werden, wenn ein Mann sie küsst. (Dachte, dieser raffinierte Plottwist wäre Männerfilmen vorbehalten.) Was ich aber viel beängstigender finde: offenbar zerspringen Männer beim Höhepunkt in Tausend Stücke. Und schlimmer noch, danach schwingt sich die Seele auf in himmlische Höhen des Friedens. So steht's da. Da fragt man sich unwillkürlich, was man falsch macht, denn bisher scheine ich noch auf niemanden diesen Effekt gehabt zu haben. Oder verheimlicht ihr Männer uns das irgendwie? Pflückt eure Seele vom Himmel, klaubt die Scherben auf und klebt euch in mühevoller Kleinstarbeit wieder zusammen?
Das alles wäre noch irgendwie zu ertragen, wenn nicht am Ende neben dem zu erwartenden Heiratsantrag auch noch der Bösewicht auf einmal geläutert, jede im Roman auch nur einmal erwähnten Personen zugegen und die Karriere des Helden auf wundersame, völlig unerwartete Weise gerettet wären. Und auch das würde ich noch aushalten. Wenn nicht jeder dann auch noch mit Blumen werfen würde. Was sag ich, Blumen! Flieder! Yuk!
Uh. Ich glaub, ich brauch noch 'ne Dusche.
Von zweifelhaftem Vokabular abgesehen lerne ich aber beim Übersetzen auch wirklich interessante Dinge. Z.B., dass auch in Frauenromanen Frauen sofort willenlos werden, wenn ein Mann sie küsst. (Dachte, dieser raffinierte Plottwist wäre Männerfilmen vorbehalten.) Was ich aber viel beängstigender finde: offenbar zerspringen Männer beim Höhepunkt in Tausend Stücke. Und schlimmer noch, danach schwingt sich die Seele auf in himmlische Höhen des Friedens. So steht's da. Da fragt man sich unwillkürlich, was man falsch macht, denn bisher scheine ich noch auf niemanden diesen Effekt gehabt zu haben. Oder verheimlicht ihr Männer uns das irgendwie? Pflückt eure Seele vom Himmel, klaubt die Scherben auf und klebt euch in mühevoller Kleinstarbeit wieder zusammen?
Das alles wäre noch irgendwie zu ertragen, wenn nicht am Ende neben dem zu erwartenden Heiratsantrag auch noch der Bösewicht auf einmal geläutert, jede im Roman auch nur einmal erwähnten Personen zugegen und die Karriere des Helden auf wundersame, völlig unerwartete Weise gerettet wären. Und auch das würde ich noch aushalten. Wenn nicht jeder dann auch noch mit Blumen werfen würde. Was sag ich, Blumen! Flieder! Yuk!
Uh. Ich glaub, ich brauch noch 'ne Dusche.
07 Juni 2008
Nachtrag
Mann, ich habe noch so viele Posts im Kopf, die ich eigentlich dringend schreiben müsste, aber irgendwie komm ich weder dazu, euch richtig von unserem Urlaub oder von der Einlaufparade zum Hafengeburtstag zu berichten, noch meine philosophischen Gedanken zur Kunst im Allgemeinen und Verbrechen im Besonderen mitzuteilen oder meine lang geplante Rubrik 'Tanja erklärt die Welt' einzuführen. (Praktisch, dieser Post ist gleichzeitig ein Memo an mich selbst.) Ich verspreche, ich werde das nachholen.
Momentan aber nur ein kleiner Nachtrag zum letzten Post: Ich habe ein neues Idol, nämlich Dub die depressive Schildkröte auf Paraplüsch. Sehr geniales Spielkonzept, mit Sachverstand und viel Gefühl gemacht, finde ich. Dub zu helfen, braucht sehr viel Geduld und Taschentücher, und ist ebenso rührend wie herzzerreissend, genauso wie bei allen anderen Patienten. Jedes Mal, wenn ich spiele, schwöre ich mir, ein Heim für misshandelte Stofftiere aufzumachen. Dieser Vorsatz ist allerdings ein bisschen ins Wanken geraten, als ich heute Nacht geträumt habe, ich hätte ein Baby bekommen, und das dann zwei Wochen in einer Schublade vergessen. Keine Ahnung, was mir mein Unterbewusstsein damit sagen will. Hinweise und Theorien werden gerne angenommen, ich bitte nur von der Anwendung von Eletroschocktherapie abzusehen (im Spiel unterm Bett zu finden). ;-)
Momentan aber nur ein kleiner Nachtrag zum letzten Post: Ich habe ein neues Idol, nämlich Dub die depressive Schildkröte auf Paraplüsch. Sehr geniales Spielkonzept, mit Sachverstand und viel Gefühl gemacht, finde ich. Dub zu helfen, braucht sehr viel Geduld und Taschentücher, und ist ebenso rührend wie herzzerreissend, genauso wie bei allen anderen Patienten. Jedes Mal, wenn ich spiele, schwöre ich mir, ein Heim für misshandelte Stofftiere aufzumachen. Dieser Vorsatz ist allerdings ein bisschen ins Wanken geraten, als ich heute Nacht geträumt habe, ich hätte ein Baby bekommen, und das dann zwei Wochen in einer Schublade vergessen. Keine Ahnung, was mir mein Unterbewusstsein damit sagen will. Hinweise und Theorien werden gerne angenommen, ich bitte nur von der Anwendung von Eletroschocktherapie abzusehen (im Spiel unterm Bett zu finden). ;-)
04 Juni 2008
1 Monat ohne
Ok, eine Quelle für Badewannen und Herde hab ich jetzt - dankeschön! - fehlt nur noch das Haus und die S-Bahn. Denn Naiko hat recht, am wichtigsten am Wohnen ist, dass man nah an den Leuten wohnt, die man gerne und oft sieht. Klingt zu schön, um wahr zu sein. Aber seit ich mit Leo zusammen bin, weiß ich, dass Wunder möglich sind, und dass man sich in den wichtigen Dingen im Leben auf keinen Fall mit einem mäßigen Kompromiss zufrieden geben darf. :)
So, aber jetzt zum eigentlichen Thema: Gestern vor einem Monat habe ich meine letzte Egal-Tablette genommen. Seither bin ich clean. Der Schwindel hat sich mit der Zeit gelegt, ganz ganz selten glaube ich noch, einen Anflug zu spüren, aber das kann auch Einbildung sein. Ein Phänomen aus der Anfangszeit meiner Antidepressiva-Phase hatte ich schon wieder verdrängt, jetzt ist's leider wieder da: das Friteusen-Gefühl. D.h. ich fühle mich oft, als hätte ich einen kräftigen Schluck aus der Friteuse bei McDo zu vor-Wallraff-Zeiten genommen (sprich, als das Fett in den Dingern noch alle 6 Monate statt jeden Tag gewechselt wurde). Bisschen ekliges Gefühl, aber wenn man nicht bewusst drüber nachdenkt, kann man's aushalten. Außerdem weckt das tatsächlich gelegentlich den Wunsch, nicht mehr so fett zu essen, und das ist ja nicht schlecht.
Was aber ist mit dem Egal-Gefühl? Das ist so ziemlich verschwunden. Vielen Dingen kann ich immer noch recht gelassen gegenüber stehen, vermutlich aber nicht wesentlich mehr als vor der Depression. Dem 'Druck' der Arbeit kann ich ganz gut standhalten, hauptsächlich, weil es mir gelingt, selbigen gering zu halten - toi, toi, toi.
Manchmal fühle ich mich unbeschwert und froh und durchwegs positiv - fast so wie früher.
Aber manchmal, wenn ich nicht aufpasse, steht auf einmal ein Gespenst in der Ecke, sieht mich an und flüstert "Ich bin tot, aber ich bin noch hier." Dann spüre ich wieder, wie es war, und die Angst, die das auslöst, fühlt sich so verdammt nach Depression an, dass ich überzeugt bin, alles fängt wieder von vorne an...
Aber es ist tatsächlich nur ein Gespenst, denn es hält sich an Geisterstunden und lässt mich den größten Teil des Tages in Ruhe. Wahrscheinlich muss ich einfach noch eine Weile durchhalten, bis ich überzeugt bin, dass das Gespenst mir nichts tun kann, mich dann mit ihm anfreunden und dann einen Weg finden, es zu erlösen...
Und da sag noch einer, aus Gruselgeschichten lernt man nix fürs Leben. ;)
So, aber jetzt zum eigentlichen Thema: Gestern vor einem Monat habe ich meine letzte Egal-Tablette genommen. Seither bin ich clean. Der Schwindel hat sich mit der Zeit gelegt, ganz ganz selten glaube ich noch, einen Anflug zu spüren, aber das kann auch Einbildung sein. Ein Phänomen aus der Anfangszeit meiner Antidepressiva-Phase hatte ich schon wieder verdrängt, jetzt ist's leider wieder da: das Friteusen-Gefühl. D.h. ich fühle mich oft, als hätte ich einen kräftigen Schluck aus der Friteuse bei McDo zu vor-Wallraff-Zeiten genommen (sprich, als das Fett in den Dingern noch alle 6 Monate statt jeden Tag gewechselt wurde). Bisschen ekliges Gefühl, aber wenn man nicht bewusst drüber nachdenkt, kann man's aushalten. Außerdem weckt das tatsächlich gelegentlich den Wunsch, nicht mehr so fett zu essen, und das ist ja nicht schlecht.
Was aber ist mit dem Egal-Gefühl? Das ist so ziemlich verschwunden. Vielen Dingen kann ich immer noch recht gelassen gegenüber stehen, vermutlich aber nicht wesentlich mehr als vor der Depression. Dem 'Druck' der Arbeit kann ich ganz gut standhalten, hauptsächlich, weil es mir gelingt, selbigen gering zu halten - toi, toi, toi.
Manchmal fühle ich mich unbeschwert und froh und durchwegs positiv - fast so wie früher.
Aber manchmal, wenn ich nicht aufpasse, steht auf einmal ein Gespenst in der Ecke, sieht mich an und flüstert "Ich bin tot, aber ich bin noch hier." Dann spüre ich wieder, wie es war, und die Angst, die das auslöst, fühlt sich so verdammt nach Depression an, dass ich überzeugt bin, alles fängt wieder von vorne an...
Aber es ist tatsächlich nur ein Gespenst, denn es hält sich an Geisterstunden und lässt mich den größten Teil des Tages in Ruhe. Wahrscheinlich muss ich einfach noch eine Weile durchhalten, bis ich überzeugt bin, dass das Gespenst mir nichts tun kann, mich dann mit ihm anfreunden und dann einen Weg finden, es zu erlösen...
Und da sag noch einer, aus Gruselgeschichten lernt man nix fürs Leben. ;)
20 Mai 2008
The end of life as we know it
Eigentlich wollte ich diesen Eintrag mit 'Ich kann so nicht mehr leben' betiteln. Aber das erschien mir dann doch unnötig erschreckend-dramatisch.
Denn tatsächlich geht's nur um Äußerlichkeiten.
für ein cooles Leben man hier veranstalten könnte!
Wenn ihr euch fragt, was ich in nächster Zeit zu Hause so treiben werde: ich werde mich auf die Suche nach einem ebensolchen Anwesen machen.
Manche Dinge kann man sich einfach nicht mehr abgewöhnen, und dieses Haus gehört definitiv dazu.
Denn tatsächlich geht's nur um Äußerlichkeiten.
Vielleicht sollte ich von vorne anfangen: Momentan sind wir im Urlaub (!) in Irland. Dort besuchen wir meinen Bruder, seine Freundin und deren Kinder (eins davon noch in Arbeit befindlich). Die dreieinhalb wohnen zusammen mit noch einer kleinen Familie etwa eine Stunde nördlich von Belfast, und jetzt kommt's, in einem Herrenhaus, das wohl einige hundert Jahre alt und einfach der Gipfel ist. Es liegt auf einem Hügel inmitten von Schafweiden und typisch englischen Steinmäuerchen,
drumherum nur sanft geschwungene Natur und ganz vereinzelt mal ein Haus. Der Garten ist riesig, mit uralten Buchen und Obstbäumen bestanden, es gibt einen kleinen versteckten Teich, ein Baumhaus, ein paar romantische Schaukeln und einen Gemüsegarten mit allem, was das Herz begehrt. Morgens beim Zähneputzen kann ich beobachten, wie sich Eichhörnchen und Rotkehlchen begleitet von einem Krähenorchester um den besten Platz an der Sonne streiten. D.h., wenn ich nicht grade damit beschäftigt bin, mir zu überlegen, wie ich am geschicktesten die Armaturen im Bad klaue, ohne dass es jemand merkt. Es gibt eine Badewanne mit Löwen-/Adlerfüßen, jedes Zimmer hat einen Kamin und eine Dienstbotenklingel, und in der Küche gibt es einen herrlichen alten Ölherd, der das ganze Haus mit heizt. Von den zahlreichen Stallungen, Schuppen und Werkstatt-Räumen und dem Gewölbekeller will ich gar nicht reden. Kurz: dieses Haus ist einfach genial. Jeder Raum atmet Geschichte, und trotzdem ist das ganze urgemütlich.
Und wir müssen am Ende des Urlaubs wieder in unsere ganz normale moderne Hamburger Zweizimmerwohnung zurück. Wie, bitteschön, soll ich das aushalten? Wie ohne diesen Garten auskommen? Ohne die Möglichkeit, in jedem Zimmer ein Feuer anzuzünden, oder in einem alten Stall rumzustöbern und mir zu überlegen, was für Viechzeugs da wohl gehalten wurde und was für coole Rollenspielevents man hier veranstalten könnte? Was sag ich - wasWenn ihr euch fragt, was ich in nächster Zeit zu Hause so treiben werde: ich werde mich auf die Suche nach einem ebensolchen Anwesen machen.
Manche Dinge kann man sich einfach nicht mehr abgewöhnen, und dieses Haus gehört definitiv dazu.
11 Mai 2008
Unheilbar zynisch?
Heute auf dem Weg zum Frühstück. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern, Frühling überall, gute Laune. Leos Telefon klingelt, die Arbeit. Jemand ist schwer verletzt, muss gleich operiert werden, man fragt nach Maßnahmen, die ihm hinterher die Arbeit erleichtern sollen, bzw. sicherstellen, dass keine Information verloren geht.
Eine Weile nach dem Anruf. Wir setzen uns in die Sonne, Italiener, Luxusfrühstück, eine sanfte Brise in den Bäumen, vereinzelte Sonnenstrahlen treffen unseren Tisch, Entspannung.
Leo: Na, dann hoffen wir mal, dass der Mann nicht stirbt.
Tanja: Weil du sonst gleich los musst?
Leo: Hauptsächlich, weil er sonst tot ist...
Tanja: ...
Laut Wikipedia ist ein Zyniker jemand, der in (manchmal absichtlich) verletzender Weise die Wertvorstellungen anderer herabsetzt oder missachtet, oder moralische Werte grundsätzlich in Frage stellt (und manchmal sich obendrein über sie lustig macht).
Das, was ich da geliefert habe, geht meiner Meinung nach noch ein gutes Stück darüber hinaus, denn es geschah weder absichtlich noch aus dem Wunsch zu verletzen oder auch nur einen coolen Spruch zu machen. Es war einfach eine ganz unschuldige und gedankenlose Äußerung, die das Ausmaß meiner Gewöhnung an Sachen zeigt, von denen ich nicht sicher bin, ob ich an sie gewöhnt sein will.
Ich habe ein Monster erschaffen - mich selbst!?
Bitte, lieber Mann auf dem OP-Tisch, stirb nicht, denk daran wie schön die Sonne scheint, und dass hier draußen jemand an dich denkt, und halte durch!
Eine Weile nach dem Anruf. Wir setzen uns in die Sonne, Italiener, Luxusfrühstück, eine sanfte Brise in den Bäumen, vereinzelte Sonnenstrahlen treffen unseren Tisch, Entspannung.
Leo: Na, dann hoffen wir mal, dass der Mann nicht stirbt.
Tanja: Weil du sonst gleich los musst?
Leo: Hauptsächlich, weil er sonst tot ist...
Tanja: ...
Laut Wikipedia ist ein Zyniker jemand, der in (manchmal absichtlich) verletzender Weise die Wertvorstellungen anderer herabsetzt oder missachtet, oder moralische Werte grundsätzlich in Frage stellt (und manchmal sich obendrein über sie lustig macht).
Das, was ich da geliefert habe, geht meiner Meinung nach noch ein gutes Stück darüber hinaus, denn es geschah weder absichtlich noch aus dem Wunsch zu verletzen oder auch nur einen coolen Spruch zu machen. Es war einfach eine ganz unschuldige und gedankenlose Äußerung, die das Ausmaß meiner Gewöhnung an Sachen zeigt, von denen ich nicht sicher bin, ob ich an sie gewöhnt sein will.
Ich habe ein Monster erschaffen - mich selbst!?
Bitte, lieber Mann auf dem OP-Tisch, stirb nicht, denk daran wie schön die Sonne scheint, und dass hier draußen jemand an dich denkt, und halte durch!
25 April 2008
A dot connected
Und schon wieder muss ich euch mit Youtube zudröhnen. Diesmal sind es sogar über 14 Minuten. Aber das Zuhören lohnt sich, wie ich finde. Kein Wunder, der Mann redet über mein Leben.
Und wie ich fürchte auch über das unzähliger anderer. Ich kann mir nicht helfen - ich sehe die Gesichter der zuhörenden Studenten, und weiß, dass sie alle trotzdem BWL studieren und Karriere machen (somebody elses live leben) werden. Weil das genau das ist, was sie wollen, the kind of work they love. Oder weil sie denken, dass es das ist.
Was hätte ich getan, wenn jemand zu meinem Studienbeginn so eine Rede gehalten hätte? Wahrscheinlich hätte es nicht viel geändert. Weil ich damals nicht wusste, was ich will. Weil das, was ich zu wollen glaubte, von so vielen anderen beeinflusst war, von dem Wunsch, anderen zu gefallen, so zu sein, wie alle anderen, zu machen, was 'man' eben macht, wenn man ein gutes Abi hat und die Welt einem offen steht.
Weil es ungemein schwer war, zu wissen, was ich will.
Das finde ich oft immer noch ziemlich schwierig. Und ich scheine nicht allein zu sein. Nicht nur in beruflichen Fragen.
Woher weiß man eigentlich, was man will? Woher kommt die innere Stimme, die einem sagt, wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre, müsste ich unbedingt noch dies, das und jenes tun? Und wie zum Teufel kann es sein, dass sie so leise wird, dass man sie nicht mehr hört?
Wie könnte es anders sein, Tori Amos hat ein Lied dazu geschrieben. Dazu gibt's jetzt aber nur noch den Link, sonst kann ich diesen Blog bald komplett nach youtube verlegen.
Sometimes, I said sometimes I hear my voice, and it's been here, silent all these years...
Und wie ich fürchte auch über das unzähliger anderer. Ich kann mir nicht helfen - ich sehe die Gesichter der zuhörenden Studenten, und weiß, dass sie alle trotzdem BWL studieren und Karriere machen (somebody elses live leben) werden. Weil das genau das ist, was sie wollen, the kind of work they love. Oder weil sie denken, dass es das ist.
Was hätte ich getan, wenn jemand zu meinem Studienbeginn so eine Rede gehalten hätte? Wahrscheinlich hätte es nicht viel geändert. Weil ich damals nicht wusste, was ich will. Weil das, was ich zu wollen glaubte, von so vielen anderen beeinflusst war, von dem Wunsch, anderen zu gefallen, so zu sein, wie alle anderen, zu machen, was 'man' eben macht, wenn man ein gutes Abi hat und die Welt einem offen steht.
Weil es ungemein schwer war, zu wissen, was ich will.
Das finde ich oft immer noch ziemlich schwierig. Und ich scheine nicht allein zu sein. Nicht nur in beruflichen Fragen.
Woher weiß man eigentlich, was man will? Woher kommt die innere Stimme, die einem sagt, wenn heute der letzte Tag meines Lebens wäre, müsste ich unbedingt noch dies, das und jenes tun? Und wie zum Teufel kann es sein, dass sie so leise wird, dass man sie nicht mehr hört?
Wie könnte es anders sein, Tori Amos hat ein Lied dazu geschrieben. Dazu gibt's jetzt aber nur noch den Link, sonst kann ich diesen Blog bald komplett nach youtube verlegen.
Sometimes, I said sometimes I hear my voice, and it's been here, silent all these years...
23 April 2008
Risiken und Nebenwirkungen
Sicher kennt ihr das vielstrapazierte Klischee des Verrückten, der sich für normal, und die ganze Welt um sich herum für verrückt hält. Momentan, da ich mich eigentlich als von meiner 'Verrücktheit' halbwegs geheilt (oder wenigstens stark in Heilung begriffen) betrachte, muss ich gestehen, dass mich dieses Gefühl des öfteren beschleicht. Zum Beispiel neulich, im Taxi. Selbiges bestellte ich wie immer bei meiner Lieblings-Taxinummer (man wählt einfach so oft hintereinander die 'number of the beast', bis sich am anderen Ende der Leitung ein Taxiunternehmen meldet), und diesmal schickten sie mir endlich mal einen zur Nummer passenden Fahrer. Der redete nicht nur ununterbrochen, sondern hatte auch seine ganz eigene Theorie zu allen möglichen weltanschaulichen Dingen, die Dittsche harmlos erscheinen lassen. Es gelang mir ganz gut, mich mental (nicht verbal, dazu waren zu wenig Gesprächslücken) abzugrenzen, bis er mich auf einen viel zu wenig beachteten, katastrophalen Nebeneffekt der Erderwärmung aufmerksam machte: beim Schmelzen der Pole werde ja so viel Kälte freigesetzt, dass es bestimmt bald zu einer neuen Eiszeit kommen würde. Seither komme ich nicht mehr von diesem Gedankengang los, so sehr ich mich auch dagegen zu wehren versuche. Ist das etwa die Erklärung für das viele schlechte Wetter hier im Norden im letzten Sommer?
Überhaupt scheint mir eine gesunde Portion Paranoia spätestens seit meinem Initiationsbesuch beim Steuerberater angebracht: Wenn man selbständig aber verheiratet ist, wird zwar das zu versteuernde Einkommen in einen gemeinsamenen Topf geworfen, aber der Bemessungsbetrag für den Steuersatz wird nicht erhöht. D.h. wir verdienen zwar zu zweit, zahlen aber soviel wie eine Person mit doppeltem Einkommen. Liegt's an mir, dass ich mir da irgendwie diskriminiert vorkomme? Gemäß oben erwähnter Theorie ist die Welt dann wohl gerecht, und ich übersensibel. Deswegen stört es mich wahrscheinlich auch, wenn ich an einem Bestattungsinstitut vorbeilaufe, auf dessen Firmenschild unter dem Namen groß 'Bestatterinnen' steht. Wen interessiert's bitteschön, ob er von einem männlichen oder einem weiblichen Bestatter in den Sarg gepackt wird? Der Tod macht uns alle... äh... unterschiedlich?
Zum Glück hatte mein Versicherungsberater gleich das passende Produkt für solche Fälle parat: für Firmen gibt es tatsächlich eine Anti-Diskriminierungs-Versicherung. Na dann is ja gut. Sobald jeder diese Versicherung hat, kann man dann nach Herzenslust diskriminieren, sich als Diskriminierter dafür entschädigen lassen, und ich kann endlich den dämlichen Autor von Warum Frauen gern Mars essen und Männer nur ohne Schuhe einparken können verklagen (von dem mein Taxifahrer übrigens in höchsten Tönen schwärmte).
Zum Glück habe ich am Ende dieser letzten zwei Tage, innerhalb derer sich dieses ganze verwirrende Kuddelmuddel abspielte, noch einen Laden gefunden, der mich wieder etwas mit der Welt versöhnt hat. Laut Firmenschild kann man dort 'Endzeitmöbel' kaufen. Leider (?) steht der Laden schon lange leer. Was nur drei Dinge bedeuten kann:
a) In einer wie auch immer gearteten Endzeit braucht man keine Möbel.
b) Die Endzeit ist längst da, allerdings nur in dem räumlich sehr beschränkten Universums 'Möbelladen'.
c) Die Endzeit ist schon vorbei, deswegen ist der Laden ausverkauft/nicht mehr nötig.
Ich finde, das klingt alles irgendwie positiv. Und das, obwohl ich schon seit drei Tagen keine Tablette mehr genommen habe. Was mich zu der Vermutung verleitet, dass
a) ich trotz anhaltendem Schwindel keine Tabletten mehr brauche
b) die Genesung längst stattgefunden hat,
c) die Depression schon vorbei ist.
Ich finde, das klingt alles irgendwie positiv.
Und wem das alles etwas wirr vorkommt, der rufe mich unter der bekannten Nummer an, ich besorg mir ein Taxischild, hole euch ab und quatsche euch so lange zu, bis ihr mir glaubt: die Welt ist verrückt, ich bin normal.
Überhaupt scheint mir eine gesunde Portion Paranoia spätestens seit meinem Initiationsbesuch beim Steuerberater angebracht: Wenn man selbständig aber verheiratet ist, wird zwar das zu versteuernde Einkommen in einen gemeinsamenen Topf geworfen, aber der Bemessungsbetrag für den Steuersatz wird nicht erhöht. D.h. wir verdienen zwar zu zweit, zahlen aber soviel wie eine Person mit doppeltem Einkommen. Liegt's an mir, dass ich mir da irgendwie diskriminiert vorkomme? Gemäß oben erwähnter Theorie ist die Welt dann wohl gerecht, und ich übersensibel. Deswegen stört es mich wahrscheinlich auch, wenn ich an einem Bestattungsinstitut vorbeilaufe, auf dessen Firmenschild unter dem Namen groß 'Bestatterinnen' steht. Wen interessiert's bitteschön, ob er von einem männlichen oder einem weiblichen Bestatter in den Sarg gepackt wird? Der Tod macht uns alle... äh... unterschiedlich?
Zum Glück hatte mein Versicherungsberater gleich das passende Produkt für solche Fälle parat: für Firmen gibt es tatsächlich eine Anti-Diskriminierungs-Versicherung. Na dann is ja gut. Sobald jeder diese Versicherung hat, kann man dann nach Herzenslust diskriminieren, sich als Diskriminierter dafür entschädigen lassen, und ich kann endlich den dämlichen Autor von Warum Frauen gern Mars essen und Männer nur ohne Schuhe einparken können verklagen (von dem mein Taxifahrer übrigens in höchsten Tönen schwärmte).
Zum Glück habe ich am Ende dieser letzten zwei Tage, innerhalb derer sich dieses ganze verwirrende Kuddelmuddel abspielte, noch einen Laden gefunden, der mich wieder etwas mit der Welt versöhnt hat. Laut Firmenschild kann man dort 'Endzeitmöbel' kaufen. Leider (?) steht der Laden schon lange leer. Was nur drei Dinge bedeuten kann:
a) In einer wie auch immer gearteten Endzeit braucht man keine Möbel.
b) Die Endzeit ist längst da, allerdings nur in dem räumlich sehr beschränkten Universums 'Möbelladen'.
c) Die Endzeit ist schon vorbei, deswegen ist der Laden ausverkauft/nicht mehr nötig.
Ich finde, das klingt alles irgendwie positiv. Und das, obwohl ich schon seit drei Tagen keine Tablette mehr genommen habe. Was mich zu der Vermutung verleitet, dass
a) ich trotz anhaltendem Schwindel keine Tabletten mehr brauche
b) die Genesung längst stattgefunden hat,
c) die Depression schon vorbei ist.
Ich finde, das klingt alles irgendwie positiv.
Und wem das alles etwas wirr vorkommt, der rufe mich unter der bekannten Nummer an, ich besorg mir ein Taxischild, hole euch ab und quatsche euch so lange zu, bis ihr mir glaubt: die Welt ist verrückt, ich bin normal.
20 April 2008
Kulturförderung
Heute ist Sonntag.
Einer der wenigen dienstfreien Tage im April.
Mein Mann telefoniert gerade zum vierten Mal mit seinem Arbeitgeber. Weil die Arbeit für morgen organisiert werden muss - ein Auswärtstermin steht an, ein Assistent fehlt, welches Auto nimmt man denn, und wann trifft man sich wo zur gemeinsamen Abfahrt.
Eigentlich nicht weiter schlimm. Muss ja irgendwann und von irgendwem organisiert werden. Oder?
Sollte die Planung der Arbeit nicht eigentlich während der Arbeitszeit erfolgen? Weil sie ein Teil der Arbeit, nicht der Freizeit ist.
Mein Mann sagt, er schreibt sich Überstunden dafür auf. Die er irgendwann abfeiern darf. Evtl. Wenn nicht wieder mal grade jemand fehlt. Weil er keine Vertretung für sich finden konnte. Was eigentlich Aufgabe seines Arbeitgebers wäre.
Mein Mann meint, das sei halt die 'Kultur 'an seiner Arbeitsstätte.
Kultur, nach der Definition, die ich gelernt habe, ist (stark verkürzt und vereinfacht) ein Satz von Werten, Normen, Regeln zum Umgang mit Situationen, die sich eine mehr oder weniger geschlossene Gruppe selbst gibt.
Nicht zwingend explizit. Häufig gar nicht bewusst. Stabilität und Dauerhaftigkeit gewinnt das ganze hauptsächlich dadurch, dass man sich dran hält und danach lebt. Weil das eben so ist. Weil's alle machen.
Kultur - ist das nicht was schönes? Förderungswürdiges?
Einer der wenigen dienstfreien Tage im April.
Mein Mann telefoniert gerade zum vierten Mal mit seinem Arbeitgeber. Weil die Arbeit für morgen organisiert werden muss - ein Auswärtstermin steht an, ein Assistent fehlt, welches Auto nimmt man denn, und wann trifft man sich wo zur gemeinsamen Abfahrt.
Eigentlich nicht weiter schlimm. Muss ja irgendwann und von irgendwem organisiert werden. Oder?
Sollte die Planung der Arbeit nicht eigentlich während der Arbeitszeit erfolgen? Weil sie ein Teil der Arbeit, nicht der Freizeit ist.
Mein Mann sagt, er schreibt sich Überstunden dafür auf. Die er irgendwann abfeiern darf. Evtl. Wenn nicht wieder mal grade jemand fehlt. Weil er keine Vertretung für sich finden konnte. Was eigentlich Aufgabe seines Arbeitgebers wäre.
Mein Mann meint, das sei halt die 'Kultur 'an seiner Arbeitsstätte.
Kultur, nach der Definition, die ich gelernt habe, ist (stark verkürzt und vereinfacht) ein Satz von Werten, Normen, Regeln zum Umgang mit Situationen, die sich eine mehr oder weniger geschlossene Gruppe selbst gibt.
Nicht zwingend explizit. Häufig gar nicht bewusst. Stabilität und Dauerhaftigkeit gewinnt das ganze hauptsächlich dadurch, dass man sich dran hält und danach lebt. Weil das eben so ist. Weil's alle machen.
Kultur - ist das nicht was schönes? Förderungswürdiges?
17 April 2008
Bilder- und Worteklau
Heute bin ich traurig.
So hingeschrieben klingt das irgendwie sehr nach Schulaufsatz.
Aber mir wurde glaubhaft versichtert, dass es wichtig ist, meine Gefühle auszudrücken. Also werde ich die unsinnige Angst, dass sich jetzt alle bemüßigt fühlen, mich retten zu wollen, einfach beiseite schieben, und versuchen, ein Bild von meinem Innenleben zu zeichnen. (Unsinnig, weil mich das ja eigentlich freuen sollte; tatsächlich ist es mir aber eher unangenehm - es könnt sich ja jemand Sorgen machen, und das will ich doch nicht. Warum eigentlich?)
Ein Bild ist gar nicht so einfach; ich habe zwar irgendwo begabte Malergene in der Familie, aber sehr wenig Übung. Was meine Stimmung immer sehr schön ausdrückt, ist Musik. Und das ist auch gleich eine gute Gelegenheit, euch von meinen fantastischen Neuentdeckungen bei lastfm zu berichten. Unter meinen Favoriten sind zur Zeit Imogen Heap (nein, ich weiß auch nicht genau, wie man das ausspricht, und ja, die Musik ist genau so wie der Name klingt), Sarah Slean (ich steh einfach auf die girl-and-her-piano-Sache), Kate Havnevnik, Natalie Merchant und Sia. Kate Nash ist auch klasse, passt aber nicht so ganz in meine momentane Gefühlslage.
Seht ihr, wie geschickt ich jetzt abgelenkt habe? Eigentlich sollte die Musik ja dazu dienen, meine Stimmung zu verdeutlichen. Also:
Das trifft's schon ziemlich genau. Oder auch das hier:
Oder am besten das hier (bis zum Ende angucken, das wird am Schluss richtig stark):
Jetzt habe ich euch dazu gebracht, stundenlang Videos zu gucken, und mich elegant um Worte gedrückt. Dabei sollten doch Worte meine Spezialität sein. Und eigentlich kann ich ja auch ziemlich genau sagen, wie's mir geht: ich bin traurig.
Der Schwindel hat ziemlich nachgelassen und kommt nur noch ganz selten kurz durch. Eigentlich fühle ich mich emotional recht stabil, mit der Tendenz, mir etwas mehr Sorgen zu machen als zu den besten Alles-Egal-Zeiten, aber nicht annähernd so wie zu Depressionszeiten. Vielleicht fällt's mir nur mehr auf, weil ich eben jetzt beim Medizin-Absetzen besonders drauf achte.
Und heute bin ich eben traurig. Melancholisch. Ein bisschen unglücklich. Über nichts bestimmtes, einfach nur so. Angefüllt von einem Gefühl. Und wieder mal trifft jemand anders genau das, was ich sagen will, am besten mit einem Songtext:
I need the darkness
The sweetness
The sadness
The weakness
Oh, I need this...
So hingeschrieben klingt das irgendwie sehr nach Schulaufsatz.
Aber mir wurde glaubhaft versichtert, dass es wichtig ist, meine Gefühle auszudrücken. Also werde ich die unsinnige Angst, dass sich jetzt alle bemüßigt fühlen, mich retten zu wollen, einfach beiseite schieben, und versuchen, ein Bild von meinem Innenleben zu zeichnen. (Unsinnig, weil mich das ja eigentlich freuen sollte; tatsächlich ist es mir aber eher unangenehm - es könnt sich ja jemand Sorgen machen, und das will ich doch nicht. Warum eigentlich?)
Ein Bild ist gar nicht so einfach; ich habe zwar irgendwo begabte Malergene in der Familie, aber sehr wenig Übung. Was meine Stimmung immer sehr schön ausdrückt, ist Musik. Und das ist auch gleich eine gute Gelegenheit, euch von meinen fantastischen Neuentdeckungen bei lastfm zu berichten. Unter meinen Favoriten sind zur Zeit Imogen Heap (nein, ich weiß auch nicht genau, wie man das ausspricht, und ja, die Musik ist genau so wie der Name klingt), Sarah Slean (ich steh einfach auf die girl-and-her-piano-Sache), Kate Havnevnik, Natalie Merchant und Sia. Kate Nash ist auch klasse, passt aber nicht so ganz in meine momentane Gefühlslage.
Seht ihr, wie geschickt ich jetzt abgelenkt habe? Eigentlich sollte die Musik ja dazu dienen, meine Stimmung zu verdeutlichen. Also:
Das trifft's schon ziemlich genau. Oder auch das hier:
Oder am besten das hier (bis zum Ende angucken, das wird am Schluss richtig stark):
Jetzt habe ich euch dazu gebracht, stundenlang Videos zu gucken, und mich elegant um Worte gedrückt. Dabei sollten doch Worte meine Spezialität sein. Und eigentlich kann ich ja auch ziemlich genau sagen, wie's mir geht: ich bin traurig.
Der Schwindel hat ziemlich nachgelassen und kommt nur noch ganz selten kurz durch. Eigentlich fühle ich mich emotional recht stabil, mit der Tendenz, mir etwas mehr Sorgen zu machen als zu den besten Alles-Egal-Zeiten, aber nicht annähernd so wie zu Depressionszeiten. Vielleicht fällt's mir nur mehr auf, weil ich eben jetzt beim Medizin-Absetzen besonders drauf achte.
Und heute bin ich eben traurig. Melancholisch. Ein bisschen unglücklich. Über nichts bestimmtes, einfach nur so. Angefüllt von einem Gefühl. Und wieder mal trifft jemand anders genau das, was ich sagen will, am besten mit einem Songtext:
I need the darkness
The sweetness
The sadness
The weakness
Oh, I need this...
07 April 2008
Whuuiiiiiiiiiiiiiiieeeeee - Halbtagsschwindel
Die Überschrift sagt eigentlich schon alles darüber, wie's mir grade geht. Sprachverwirrt (Mischung aus dt. hui und engl. whee), leicht überdreht, völlig rational und klar, und vor allem schwindelig. Genauer gesagt ist mir meistens einen halben Tag lang schwindelig - so richtig scheußlich, als ob man gleich umfällt, nicht so lustig, wie wenn man was getrunken hat - bevor die halbe Dosis der Tabletten, die ich noch nehme, wieder wirkt und mich rein gleichgewichtstechnisch stabilisiert. Das ganze fühlt sich an, als stünde ich unter einer großen Glocke, auf die jemand in unregelmäßigen schwungvoll mit einem großen Hammer draufhaut.
Emotional spüre ich bis jetzt nicht viele Auswirkungen, und wenn dann eher positive: meine Stimmung euphorisch zu nennen, wäre zu viel, aber manchmal - häufig - ist sie durchwegs positiv. Besser als durchschnittlich. (Ihr seht, ich habe in der Klinik brav meine Lektion gelernt: Nicht einfach sagen 'Es geht mir gut', weil das jeder immer sagt, und es alles von super bis bescheiden heißen kann. ;))
Außerdem bin ich sehr motiviert was zu arbeiten. Da kam mir letzte Woche der Anruf von einer Übersetzungsagentur ganz recht, die eine furchtbar dringende Übersetzung Japanisch - Deutsch zu vergeben hatten. Voller Begeisterung nannte ich einen hohen Preis (gestiegenes unternehmerisches Selbstbewusstsein + schlecht lesbarer Text), und versprach, dass der Termin kein Problem war. Dummerweise wollten die einen Preis für den Quelltext (nicht wie in D üblich den Zieltext). D.h. ich musste meine Preise irgendwie umrechnen. Und das schnell, sie hatten's ja eilig. Jetzt hoffe ich ganz stark, dass ich die Herstellerfirma der Tabletten dazu bringen kann, mir die Differenz zu zahlen, um die ich mich zu meinen Ungunsten verrechnet habe (ca. Faktor 3).
Nachdem mir das bewusst geworden war, war ich einigermaßen missgestimmt. Was mir allerdings wirklich die Laune verdarb, war die Erkenntnis, dass ich mich auch um einen Tag vertan hatte. D.h. ich hatte nicht zwei, sondern nur einen Tag Zeit.
Ich erinnere mich, dass ich in der Grundschule Schwierigkeiten mit den Wochentagen hatte, aber das ist ungefähr 50 Jahre her. (Hab ich mich jetzt wieder verrechnet?).
Trotzdem, ich habe die Übersetzung überpünktlich abgeliefert, großes Lob (und wenig Geld) von der Agentur kassiert, Folgeaufträge in Aussicht, und übers Wochenende auch noch so ziemlich jeden Kampf gegen unseren neuen Computer gewonnen.
Also, erste Zwischenbilanz: positiv!
Weitere Berichte aus der Schwindel-Käseglocke folgen.
Emotional spüre ich bis jetzt nicht viele Auswirkungen, und wenn dann eher positive: meine Stimmung euphorisch zu nennen, wäre zu viel, aber manchmal - häufig - ist sie durchwegs positiv. Besser als durchschnittlich. (Ihr seht, ich habe in der Klinik brav meine Lektion gelernt: Nicht einfach sagen 'Es geht mir gut', weil das jeder immer sagt, und es alles von super bis bescheiden heißen kann. ;))
Außerdem bin ich sehr motiviert was zu arbeiten. Da kam mir letzte Woche der Anruf von einer Übersetzungsagentur ganz recht, die eine furchtbar dringende Übersetzung Japanisch - Deutsch zu vergeben hatten. Voller Begeisterung nannte ich einen hohen Preis (gestiegenes unternehmerisches Selbstbewusstsein + schlecht lesbarer Text), und versprach, dass der Termin kein Problem war. Dummerweise wollten die einen Preis für den Quelltext (nicht wie in D üblich den Zieltext). D.h. ich musste meine Preise irgendwie umrechnen. Und das schnell, sie hatten's ja eilig. Jetzt hoffe ich ganz stark, dass ich die Herstellerfirma der Tabletten dazu bringen kann, mir die Differenz zu zahlen, um die ich mich zu meinen Ungunsten verrechnet habe (ca. Faktor 3).
Nachdem mir das bewusst geworden war, war ich einigermaßen missgestimmt. Was mir allerdings wirklich die Laune verdarb, war die Erkenntnis, dass ich mich auch um einen Tag vertan hatte. D.h. ich hatte nicht zwei, sondern nur einen Tag Zeit.
Ich erinnere mich, dass ich in der Grundschule Schwierigkeiten mit den Wochentagen hatte, aber das ist ungefähr 50 Jahre her. (Hab ich mich jetzt wieder verrechnet?).
Trotzdem, ich habe die Übersetzung überpünktlich abgeliefert, großes Lob (und wenig Geld) von der Agentur kassiert, Folgeaufträge in Aussicht, und übers Wochenende auch noch so ziemlich jeden Kampf gegen unseren neuen Computer gewonnen.
Also, erste Zwischenbilanz: positiv!
Weitere Berichte aus der Schwindel-Käseglocke folgen.
02 April 2008
Auf Entzug
Heute beginnt der Rest meines Lebens - ohne Medikamente. Sprich, ich habe angefangen, meine Alles-Egal-Pillen abzusetzen, natürlich wie immer in Absprache mit meinem Arzt. Das ganze geht ganz sanft und langsam vor sich. Also erwartet mich wohl kein cold turkey. Sondern?
Neulich hab ich mal eine Tablette vergessen. Abends hatte ich prompt das Gefühl, dass es mir wieder schlechter ging. Ich lag im Bett und grübelte vor mich hin - und hörte ganz von selbst wieder auf. Das war neu. Ich werde versuchen, mich daran zu erinnern, dass das geht, wenn's soweit ist.
Ohnehin habe ich das Gefühl, dass die Wirkung des Antidepressivums in letzter Zeit nicht mehr so stark ist. Ich träume zwar immer noch wild, aber lang nicht mehr so intensiv wie am Anfang. Meine Bettlaken muss ich auch nicht mehr so oft wechseln. Und egal... ist mir schon noch vieles, aber nicht ausschließlich immer. Also wird das vielleicht tatsächlich ein sanfter Abschied.
Halten Sie das aus?, hat mich mein Psychiater gefragt. Eigentlich fühle ich mich stabil genug dafür. Nur Leos Arbeit macht mir Sorgen. Die ist zur Zeit so extrem belastend (ja, noch mehr als sonst, ich hätt's auch nicht für möglich gehalten), dass es schon mit Tabletten unerträglich ist.
Also werde ich einfach mein bestes geben, alle Tricks und Strategien anwenden, die ich in der Klinik so gelernt habe, vielleicht grübeln, aber auch wieder damit aufhören, und wenn ich's gar nicht mehr aushalte, viele viele wirre Blogeinträge schreiben. :)
Goodbye Trevilor!
Neulich hab ich mal eine Tablette vergessen. Abends hatte ich prompt das Gefühl, dass es mir wieder schlechter ging. Ich lag im Bett und grübelte vor mich hin - und hörte ganz von selbst wieder auf. Das war neu. Ich werde versuchen, mich daran zu erinnern, dass das geht, wenn's soweit ist.
Ohnehin habe ich das Gefühl, dass die Wirkung des Antidepressivums in letzter Zeit nicht mehr so stark ist. Ich träume zwar immer noch wild, aber lang nicht mehr so intensiv wie am Anfang. Meine Bettlaken muss ich auch nicht mehr so oft wechseln. Und egal... ist mir schon noch vieles, aber nicht ausschließlich immer. Also wird das vielleicht tatsächlich ein sanfter Abschied.
Halten Sie das aus?, hat mich mein Psychiater gefragt. Eigentlich fühle ich mich stabil genug dafür. Nur Leos Arbeit macht mir Sorgen. Die ist zur Zeit so extrem belastend (ja, noch mehr als sonst, ich hätt's auch nicht für möglich gehalten), dass es schon mit Tabletten unerträglich ist.
Also werde ich einfach mein bestes geben, alle Tricks und Strategien anwenden, die ich in der Klinik so gelernt habe, vielleicht grübeln, aber auch wieder damit aufhören, und wenn ich's gar nicht mehr aushalte, viele viele wirre Blogeinträge schreiben. :)
Goodbye Trevilor!
29 März 2008
Friedliche Träume?
Neulich habe ich vom Dalai Lama geträumt. (Vielleicht sollte ich nochmal erwähnen, dass ich seeeehr abstrus träume, seit ich meine lieben Tabletten nehme; manchmal gruselt mich das ein bisschen, aber alles in allem werde ich diesen Teil der Nebenwirkungen sicherlich vermissen.) Jednefalls habe ich geträumt, der Dalai Lama sei in einem Keller gefangen, und kam bekam mehr oder weniger zufällig die Gelegenheit, ihm bei der Flucht zu helfen.
Sicherlich spielen da die aktuellen Nachrichten eine große Rolle. Aber vielleicht ist das auch wieder so ein Wink mit dem Zaunpfahl meines Unterbewusstseins. Eine Auseinandersetzung damit, was eigentlich gut und was böse ist? Vielleicht damit, was es für mich, für mein Verhalten bedeutet?
Eigentlich bin ich kein Schwarz-Weiß-Denker. Ich kann (manchmal, einigermaßen) mit Schuld umgehen, kann Leuten verzeihen, wenn sie Mist gebaut haben, finde sehr wenige Leute einfach nur ausschließlich verabscheuungswürdig (und auch sehr wenige nur ausschließlich makellos), und warte immer ab, bis mir jemand persönlich was böses tut, bevor ich beginne, ihm zu misstrauen (sprich, mich vor jemandem zu 'warnen' ist relativ hoffnungslos - seufz). Aber auf einer sehr fundamentalen Ebene glaube ich schon, dass es Dinge gibt, die einfach nur gut oder böse sind.
Die Einhaltung der Menschenrechte zum Beispiel (gut). Frauenzeitschriften (böse). Gewaltverzicht (gut). Oder?
Der Dalai Lama, so wenig ich schändlicherweise über ihn weiß, ist ein Mensch, den ich grenzenlos bewundere, weil er (wenn man den Medien glauben darf) für Werte steht, die ich für gut und erstrebenswert und dringend für die ganze Menschheit notwendig halte, und diese so unheimlich konsequent lebt, obwohl sein ganzes Volk darunter leiden muss.
Moment.
Hat man mir nicht grade in monatelanger intensiver Therapie eingebläut, dass es gut ist, Grenzen zu ziehen, für sich einzustehen, sich zur Wehr zu setzen? Dass zumindest zur Selbstverteidigung ein gewisses Maß an Gewaltausübung nicht nur gut, sondern unabdingbar ist? Wären die Tibeter nicht besser dran, wenn der Dalai Lama mal auf den Tisch hauen würde, und sagen, so liebe Chinesen, jetzt reicht's, wir schmeißen euch raus? Klar würden dann erstmal viele Leute ihr Leben lassen, aber vielleich, vielleicht würde ja jemand helfend auf Tibets Seite eingreifen...? Zumindest hätten sie dann alles versucht.
Allerdings wäre das dann auch der ernüchternde Beweis, dass wir (die Menschheit) uns wohl nie von unserer Tendenz, andere zu verletzen, auszubeuten und ihnen Gewalt anzutun, wenn wir es können, lösen können. Dass diese höhere Evolutions- oder Erleuchtungsstufe vielleicht einzelnen zugänglich ist, dass der Traum von einer gänzlich friedfertigen Menschheit aber nicht realisierbar ist.
Die Frage ist, ist dieses Streben nach einem höheren Ideal es wert, das ganze Leid und die Unfreiheit und die Unterdrückung auszuhalten? Die meisten Tibeter scheinen das trotz allem zu denken. Eine Frage der Abwägung, vor die ich nicht gestellt sein möchte. Auch dafür ist der Dalai Lama (und sein Volk) zu bewundern. Ob er manchmal zweifelt?
Vor einer Frage der Abwägung steht wohl zur Zeit auch jeder Sportler und jeder Funktionär des IOC. Was ist mir wichtiger? Meine Karriere, auf deren Höhepunkt ich lange Jahre hingearbeitet habe... oder mein Gewissen, dass ich durch meine Teilnahme damit belaste, einem Staat, der von Menschenrechten nicht viel hält, eine Propagandaplattform und internationale Bestätigung zu bieten.
Wem diese Frage noch nicht zynisch genug ist, hier noch ein paar kleine Informationshappen zum Selberzusammenbasteln:
China baut grade ganz viele grandiose Sportstadien.
In China gibt es die Todesstrafe.
Hinrichtungen sind in China öffentliche Großereignisse, die auf Massenwirkung abzielen.
Massenveranstaltungen werden gerne in Sportstadien abgehalten.
Hat jemand Lust, Olympia zu gucken?
Sicherlich spielen da die aktuellen Nachrichten eine große Rolle. Aber vielleicht ist das auch wieder so ein Wink mit dem Zaunpfahl meines Unterbewusstseins. Eine Auseinandersetzung damit, was eigentlich gut und was böse ist? Vielleicht damit, was es für mich, für mein Verhalten bedeutet?
Eigentlich bin ich kein Schwarz-Weiß-Denker. Ich kann (manchmal, einigermaßen) mit Schuld umgehen, kann Leuten verzeihen, wenn sie Mist gebaut haben, finde sehr wenige Leute einfach nur ausschließlich verabscheuungswürdig (und auch sehr wenige nur ausschließlich makellos), und warte immer ab, bis mir jemand persönlich was böses tut, bevor ich beginne, ihm zu misstrauen (sprich, mich vor jemandem zu 'warnen' ist relativ hoffnungslos - seufz). Aber auf einer sehr fundamentalen Ebene glaube ich schon, dass es Dinge gibt, die einfach nur gut oder böse sind.
Die Einhaltung der Menschenrechte zum Beispiel (gut). Frauenzeitschriften (böse). Gewaltverzicht (gut). Oder?
Der Dalai Lama, so wenig ich schändlicherweise über ihn weiß, ist ein Mensch, den ich grenzenlos bewundere, weil er (wenn man den Medien glauben darf) für Werte steht, die ich für gut und erstrebenswert und dringend für die ganze Menschheit notwendig halte, und diese so unheimlich konsequent lebt, obwohl sein ganzes Volk darunter leiden muss.
Moment.
Hat man mir nicht grade in monatelanger intensiver Therapie eingebläut, dass es gut ist, Grenzen zu ziehen, für sich einzustehen, sich zur Wehr zu setzen? Dass zumindest zur Selbstverteidigung ein gewisses Maß an Gewaltausübung nicht nur gut, sondern unabdingbar ist? Wären die Tibeter nicht besser dran, wenn der Dalai Lama mal auf den Tisch hauen würde, und sagen, so liebe Chinesen, jetzt reicht's, wir schmeißen euch raus? Klar würden dann erstmal viele Leute ihr Leben lassen, aber vielleich, vielleicht würde ja jemand helfend auf Tibets Seite eingreifen...? Zumindest hätten sie dann alles versucht.
Allerdings wäre das dann auch der ernüchternde Beweis, dass wir (die Menschheit) uns wohl nie von unserer Tendenz, andere zu verletzen, auszubeuten und ihnen Gewalt anzutun, wenn wir es können, lösen können. Dass diese höhere Evolutions- oder Erleuchtungsstufe vielleicht einzelnen zugänglich ist, dass der Traum von einer gänzlich friedfertigen Menschheit aber nicht realisierbar ist.
Die Frage ist, ist dieses Streben nach einem höheren Ideal es wert, das ganze Leid und die Unfreiheit und die Unterdrückung auszuhalten? Die meisten Tibeter scheinen das trotz allem zu denken. Eine Frage der Abwägung, vor die ich nicht gestellt sein möchte. Auch dafür ist der Dalai Lama (und sein Volk) zu bewundern. Ob er manchmal zweifelt?
Vor einer Frage der Abwägung steht wohl zur Zeit auch jeder Sportler und jeder Funktionär des IOC. Was ist mir wichtiger? Meine Karriere, auf deren Höhepunkt ich lange Jahre hingearbeitet habe... oder mein Gewissen, dass ich durch meine Teilnahme damit belaste, einem Staat, der von Menschenrechten nicht viel hält, eine Propagandaplattform und internationale Bestätigung zu bieten.
Wem diese Frage noch nicht zynisch genug ist, hier noch ein paar kleine Informationshappen zum Selberzusammenbasteln:
China baut grade ganz viele grandiose Sportstadien.
In China gibt es die Todesstrafe.
Hinrichtungen sind in China öffentliche Großereignisse, die auf Massenwirkung abzielen.
Massenveranstaltungen werden gerne in Sportstadien abgehalten.
Hat jemand Lust, Olympia zu gucken?
26 März 2008
Osterschmausgraus
Ostern scheint komische Dinge mit den Ernährungsgewohnheiten durchschnittlicher Mitteleuropäer (wo kam dieser Ausdruck denn jetzt her?) zu machen. Und damit meine ich nicht nur Leo und mich, die wir uns am Ostermontag spontan mit Carsten beim All-you-can-eat-Sushi fast zu Tode gegessen haben. Fisch ist ja irgendwie noch vage österlich. Schokohasen passen allerdings viel besser. Die haben nur den Nachteil (und da haben sie wieder was mit japanisch zubereitetem Fisch zu tun, zumindest mit den Baby-Garnelen), dass sie einen so niedlich angucken, dass man's gar nicht mehr übers Herz bringt, sie zu essen. Oder noch schlimmer, der Schokolade nicht widerstehen kann, und dann Gewissensbisse (no pun intended) bekommt. Wie mein Neffe Marlin, der sich durch so viel Mitgefühl definitiv eine Zillionen Karmapunkte (reicht für die Senator Lounge zwischen den Wiedergeburten) verdient hat.
Und dann ist da noch meine Nichte Lisa, 10 Jahre alt und Vegetarierin aus Überzeugung (sogar die Fische tun ihr leid, was mindestens genauso viele Karmapunkte gibt - die Senator Lounge wird voll!). So widerstand sie bei ihrem Besuch in HH allen lokalen Spezialitäten wie Krabbenbrötchen, Fischsuppe, und was wir ihr sonst noch so aufschwatzen wollten. Bis die Currywurst kam. Die wurde bekanntermaßen in Hamburg (nicht Berlin) erfunden, und gehört somit in die Kategorie Kulturgut (nicht Schweinefleisch). Außerdem kann sie nicht niedlich gucken. Offenbar verfügt aber auch die Currywurst über hohe ethische Standards und lehnt es ab, sich im Magen eines Vegetariers aufzuhalten. Ich spekuliere jetzt mal nicht weiter darüber, ob auch die Wurst in der Senator Lounge landet, weil sie noch nicht ganz aus dem Teppich raus ist. Statt dessen taue ich lieber das Hackfleisch fürs Abendessen auf, gewöhne mich an den Gedanken, in der Holzklasse zu sitzen und wünsche nachträglich frohe Ostern gehabt zu haben!
Und dann ist da noch meine Nichte Lisa, 10 Jahre alt und Vegetarierin aus Überzeugung (sogar die Fische tun ihr leid, was mindestens genauso viele Karmapunkte gibt - die Senator Lounge wird voll!). So widerstand sie bei ihrem Besuch in HH allen lokalen Spezialitäten wie Krabbenbrötchen, Fischsuppe, und was wir ihr sonst noch so aufschwatzen wollten. Bis die Currywurst kam. Die wurde bekanntermaßen in Hamburg (nicht Berlin) erfunden, und gehört somit in die Kategorie Kulturgut (nicht Schweinefleisch). Außerdem kann sie nicht niedlich gucken. Offenbar verfügt aber auch die Currywurst über hohe ethische Standards und lehnt es ab, sich im Magen eines Vegetariers aufzuhalten. Ich spekuliere jetzt mal nicht weiter darüber, ob auch die Wurst in der Senator Lounge landet, weil sie noch nicht ganz aus dem Teppich raus ist. Statt dessen taue ich lieber das Hackfleisch fürs Abendessen auf, gewöhne mich an den Gedanken, in der Holzklasse zu sitzen und wünsche nachträglich frohe Ostern gehabt zu haben!
11 März 2008
Mehr Musical
Und weil wir in den letzten Einträgen schon wieder so schön musikalisch waren, hab ich gleich noch einen: Meine Mutter, der Held (was wiederum die Anspielung auf einen Filmtitel ist), hat es geschafft, die Videoaufnahme von unserer legendären Hair-Aufführung aufzutreiben. Damals war ich 18, eigentlich hauptberuflich Mauerblümchen, und selber völlig überrascht, wie sehr ich im Schulchor auf einmal aus mir herausgehen konnte. Die Aufführung war ein voller Erfolg, der Chor und die Solosänger sind über sich hinausgewachsen, und das Publikum war begeistert. Dachte ich. Also, ok, das Publikum wirkte wirklich einigermaßen enthusiastisch. Aber wir waren... naja, wie soll ich sagen... bestes Material für DSDS und co. Für die, die gleich am Anfang mit viel Schimpf und Schande rausfliegen, zur Belustigung des blutgierigen Mobs und der schadenfroh-hämisch zu Hause wartenden Klassenkameraden aber immer und immer wieder gesendet werden, um sicherzustellen, dass die Blamage eine totale und endgültige ist. Inclusive der inspirierenden Kommentare des Dieter B., für den Fall, dass den mobbinglustigen keine eigenen einfallen. Nun gut, zum Glück passiert das mit unserem Video nicht. Die Aufführung werde ich trotzdem immer in guter Erinnerung behalten. Ich hatte Spaß, keiner hat mit wegen Körperverletzung verklagt, und hinterher war ich ein paar Wochen lang ein ganz kleines bisschen berühmt (innerhalb der Schule). Was allerdings vielleicht nicht an meiner Gesangeskunst lag.
Viele von euch erinnern sich sicher, dass ich ihnen die Geschichte von meinem unfreiwilligen Striptease erzählt habe, die damit endete, dass ich praktisch nackt vor 800 Leuten auf der Bühne stand. "Praktisch nackt. Schon klar", habt ihr euch wahrscheinlich gedacht, während ihr pflichtschuldigst gelacht und mich bemitleidet habt. "Die übertreibt doch maßlos." Ganz ehrlich: Ich dachte selbst, ich übertreibe. Schließlich hab ich's ja nicht gesehen. Zwar glaube ich mich deutlich an ein wahres Blitzlichgewitter zu erinnern, während ich endlose Sekundenbruchteile mit den Armen über dem Kopf und dem kleinen Finger im BH verhakt dastand, aber irgendwie hat mir nie jemand Fotos davon gezeigt. Also hat meine Erinnerung das ganze wohl mit der Zeit (evtl. aus Selbstschutz?) ins Reich der suburban legends verbannt, und nur meine Liebe zum Geschichtenerzählen hat mir eine Rechtfertigung geboten, das ganze als die reine Wahrheit zu verkaufen (sonst wär's ja nur halb so lustig). Tja, und jetzt hab ich den Beweis: es ist tatsächlich so passiert, und ich war tatsächlich fast nackt! Das Leben imitiert die Fiktion. Oder umgekehrt. Eine nur zu gerechte Strafe für meine vermeintliche schamlose Übertreibung? Bzw. poetische Gerechtigkeit: jetzt darf ich mir raussuchen, für was ich mich mehr schämen darf.
Aber alles in allem war's doch eine geniale Aufführung. :-)
Viele von euch erinnern sich sicher, dass ich ihnen die Geschichte von meinem unfreiwilligen Striptease erzählt habe, die damit endete, dass ich praktisch nackt vor 800 Leuten auf der Bühne stand. "Praktisch nackt. Schon klar", habt ihr euch wahrscheinlich gedacht, während ihr pflichtschuldigst gelacht und mich bemitleidet habt. "Die übertreibt doch maßlos." Ganz ehrlich: Ich dachte selbst, ich übertreibe. Schließlich hab ich's ja nicht gesehen. Zwar glaube ich mich deutlich an ein wahres Blitzlichgewitter zu erinnern, während ich endlose Sekundenbruchteile mit den Armen über dem Kopf und dem kleinen Finger im BH verhakt dastand, aber irgendwie hat mir nie jemand Fotos davon gezeigt. Also hat meine Erinnerung das ganze wohl mit der Zeit (evtl. aus Selbstschutz?) ins Reich der suburban legends verbannt, und nur meine Liebe zum Geschichtenerzählen hat mir eine Rechtfertigung geboten, das ganze als die reine Wahrheit zu verkaufen (sonst wär's ja nur halb so lustig). Tja, und jetzt hab ich den Beweis: es ist tatsächlich so passiert, und ich war tatsächlich fast nackt! Das Leben imitiert die Fiktion. Oder umgekehrt. Eine nur zu gerechte Strafe für meine vermeintliche schamlose Übertreibung? Bzw. poetische Gerechtigkeit: jetzt darf ich mir raussuchen, für was ich mich mehr schämen darf.
Aber alles in allem war's doch eine geniale Aufführung. :-)
10 März 2008
Lucy in der Luft
Dialoge, die nur sonntags um 5h morgens geführt werden können, wenn Leo grade von der Arbeit heimkommt.
L: Ich kann noch nicht einschlafen.
T: (im Halbkoma) Wie war's denn?
L: Spannend, aber der Mordverdacht hat sich nicht bestätigt.
T: Mmfmffmmschnarch.
L: Auf der Rückfahrt hab ich eine interessante Dokumentation über LSD im Radio gehört.
T: (deren Gehirn sich verselbständigt und vom Schlafzentrum abkuppelt): Wofür steht eigentlich LSD nochmal genau?
L: Irgendeine Säure. In der Dokumentation haben sie gesagt -
T: Lysergsäure... irgendwas. Oder?
L: Ja, glaub schon.
T: Und warum heißt das dann auf Englisch auch so?
L: Das kam in dem Bericht, das hat ein Schweizer erfunden.
T: Ah, gut, sonst würde ja das Lied nicht mehr stimmen.
L: Lied...?
T: Na, Lucy in the Sky with Diamonds. Da müsste doch dann ein A kommen, für Acid.
L: Ach so. Naja, dann eben Lucy in the Air with Diamonds. Ganz einfach.
T: Weißt du, dass ich dich anbete?
L: Ich kann noch nicht einschlafen.
T: (im Halbkoma) Wie war's denn?
L: Spannend, aber der Mordverdacht hat sich nicht bestätigt.
T: Mmfmffmmschnarch.
L: Auf der Rückfahrt hab ich eine interessante Dokumentation über LSD im Radio gehört.
T: (deren Gehirn sich verselbständigt und vom Schlafzentrum abkuppelt): Wofür steht eigentlich LSD nochmal genau?
L: Irgendeine Säure. In der Dokumentation haben sie gesagt -
T: Lysergsäure... irgendwas. Oder?
L: Ja, glaub schon.
T: Und warum heißt das dann auf Englisch auch so?
L: Das kam in dem Bericht, das hat ein Schweizer erfunden.
T: Ah, gut, sonst würde ja das Lied nicht mehr stimmen.
L: Lied...?
T: Na, Lucy in the Sky with Diamonds. Da müsste doch dann ein A kommen, für Acid.
L: Ach so. Naja, dann eben Lucy in the Air with Diamonds. Ganz einfach.
T: Weißt du, dass ich dich anbete?
06 März 2008
Mr. Todd + Mrs. Lovett
Ich weiß, es ist nicht ganz legal, aber diesen Clip aus Sweeny Todd kann ich euch einfach nicht vorenthalten.
NACHTRAG: Ich seh schon, so geht das nicht. Die nehmen die Clips schneller wieder vom Netz, als ich sie hier einbinden kann. Also, nochmal ein Versuch, in zwei Teilen, es fehlt auch was wesentliches, aber wie Britta schon sagt: Film angucken!
Teil 1:
Teil 2:
Darin geht es nämlich um Leo und mich: den Mann, der ständig mit scharfen Messern Leute aufschneidet, und die Frau, die nicht nur aus Liebe zu ihm mitmacht, sondern auch noch selber kreativ und aktiv mitarbeitet.
Ist das nicht zum Verlieben? ;)
NACHTRAG: Ich seh schon, so geht das nicht. Die nehmen die Clips schneller wieder vom Netz, als ich sie hier einbinden kann. Also, nochmal ein Versuch, in zwei Teilen, es fehlt auch was wesentliches, aber wie Britta schon sagt: Film angucken!
Teil 1:
Teil 2:
Darin geht es nämlich um Leo und mich: den Mann, der ständig mit scharfen Messern Leute aufschneidet, und die Frau, die nicht nur aus Liebe zu ihm mitmacht, sondern auch noch selber kreativ und aktiv mitarbeitet.
Ist das nicht zum Verlieben? ;)
04 März 2008
Hunger!
Es ist echt aufregend, sich selbständig zu machen. Vor allem, wenn man von Anfang an Kunden hat, kleine wie große. Mittlerweile hab ich schon die dritte Rechnung geschrieben, was neben dem Übersetzen selbst der größte Spaß an der Sache ist. Noch spaßiger wär's, wenn ich die Rechnungen tatsächlich wegschicken könnte. Damit die Kunden auch wissen, dass sie mir Geld geben sollen. Theoretisch ist denen das natürlich klar, aber ohne Rechnung können sie's natürlich nicht machen. Ich bin mir relativ sicher, dass diese Tatsache auch dem Finanzamt bewusst ist. Bei dem ich vor ca. 3 Wochen eine Steuernummer beantragt habe. Die laut Gesetz auf jeder Rechnung stehen muss. Was sonst so im Hirn des Finanzamts (ist das jetzt ein Oxymoron?) vorgeht, entzieht sich meinem Vorstellungsvermögen. Gestern habe ich da angerufen. Was denn meine Steuernummer macht, das sollte doch nur ein paar Tage dauern, wurde mir gesagt. Nach einer halben Stunde wurde ich zurückgerufen.
Finanzamt: Ja, Ihr Antrag liegt bei der Kollegin ganz oben auf dem Stapel.
Tanja: (Das ist ja schön.)
F: Es gibt da nur eine Unstimmigkeit.
T: (Ach?)
F: Sie wollen von der Kleinunternehmer-Regelung Gebrauch machen, d.h. Sie führen keine Umsatzsteuer ab. Aber Sie haben angekreuzt, dass Sie eine Umsatzsteuer-ID brauchen.
T: Ja, hab ich. Nachdem ich zweimal bei Ihren Kollegen nachgefragt habe. Ich will nämlich Rechnungen ins Ausland stellen. Dazu brauch ich die Umsatzsteuer-ID, wurde mir zweimal gesagt.
F: Ah. Ok. Dann... kümmere ich mich drum.
Das ist also eine Unstimmigkeit? Man fragt nach, was man in dem äußerst seltenen Sondernfall, dass man Kunden im EU-Ausland hat, tun soll. Und wenn man seine Kreuzchen auf dem Formular dann wie angewiesen macht, ist das eine Unstimmigkeit, die dazu führt, dass man den Antrag (auf dem ungefähr viermal meine Telefonnr., Handynr. und Email-Adresse stehen) erstmal, zugegebenermaßen ganz oben, liegen lässt, weil man nix damit anzufangen weiß?
T: Äh. Kann ich denn in der Zwischenzeit trotzdem schon mal Rechnungen ausstellen? Und die Steuernummer nachreichen? Oder ein Provisorium verwenden?
F: Nein, das geht nicht. (Pause)
T: Ah. Gut, dann freue ich mich auf Ihren Rückruf, und hoffe, dass ich dann noch nicht verhungert bin.
Finanzamt: Ja, Ihr Antrag liegt bei der Kollegin ganz oben auf dem Stapel.
Tanja: (Das ist ja schön.)
F: Es gibt da nur eine Unstimmigkeit.
T: (Ach?)
F: Sie wollen von der Kleinunternehmer-Regelung Gebrauch machen, d.h. Sie führen keine Umsatzsteuer ab. Aber Sie haben angekreuzt, dass Sie eine Umsatzsteuer-ID brauchen.
T: Ja, hab ich. Nachdem ich zweimal bei Ihren Kollegen nachgefragt habe. Ich will nämlich Rechnungen ins Ausland stellen. Dazu brauch ich die Umsatzsteuer-ID, wurde mir zweimal gesagt.
F: Ah. Ok. Dann... kümmere ich mich drum.
Das ist also eine Unstimmigkeit? Man fragt nach, was man in dem äußerst seltenen Sondernfall, dass man Kunden im EU-Ausland hat, tun soll. Und wenn man seine Kreuzchen auf dem Formular dann wie angewiesen macht, ist das eine Unstimmigkeit, die dazu führt, dass man den Antrag (auf dem ungefähr viermal meine Telefonnr., Handynr. und Email-Adresse stehen) erstmal, zugegebenermaßen ganz oben, liegen lässt, weil man nix damit anzufangen weiß?
T: Äh. Kann ich denn in der Zwischenzeit trotzdem schon mal Rechnungen ausstellen? Und die Steuernummer nachreichen? Oder ein Provisorium verwenden?
F: Nein, das geht nicht. (Pause)
T: Ah. Gut, dann freue ich mich auf Ihren Rückruf, und hoffe, dass ich dann noch nicht verhungert bin.
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